Laxin – Abführmittel und Gesellschaftskritik

Bereits um 1900 galt Laxin (von lateinisch laxare, »lockern«) als eine Art Wundermittel bei Verdauungsproblemen. Duwdiwani spottet 1926 darüber, dass Laxin in der besseren Gesellschaft geradezu wie Konfekt gereicht wurde. Frauen sollten so die geforderte schlanke Figur erhalten und auch ansonsten die Rollenbilder erfüllen. Der Karikaturist spielt auf Kurt Tucholsky (1890–1935) an, der sich 1921 in der »Weltbühne« gegen die Kritiker an einem Wandel der Stellung der Frau in der Gesellschaft gewandt hatte, »die mit solchen Kritiken Laxin für ihre eigne Verstopfung einnehmen«.

Laxin – Abführmittel und Gesellschaftskritik

Bereits um 1900 galt Laxin (von lateinisch laxare, »lockern«) als eine Art Wundermittel bei Verdauungsproblemen. Duwdiwani spottet 1926 darüber, dass Laxin in der besseren Gesellschaft geradezu wie Konfekt gereicht wurde. Frauen sollten so die geforderte schlanke Figur erhalten und auch ansonsten die Rollenbilder erfüllen. Der Karikaturist spielt auf Kurt Tucholsky (1890–1935) an, der sich 1921 in der »Weltbühne« gegen die Kritiker an einem Wandel der Stellung der Frau in der Gesellschaft gewandt hatte, »die mit solchen Kritiken Laxin für ihre eigne Verstopfung einnehmen«.

ULK, 55. Jg. / Nr. 35, 3.9.1926, S. 267
Vergriffen
»Das ist auch so eine Bosheit von Mama, dass sie ihr Laxinkonfekt immer umherstehen lässt. Jetzt habe ich schon das zweite Mal damit Malheur gehabt.«
Dose: Blechemballagenfabrik Jena. © Stiftung Deutsches Hygiene Museum Dresden

»Laxin« Konfekt – Wohlschmeckendes, gelind wirkendes Mittel zur Regelung des Stuhlganges und Vermeidung von Verstopfung für Erwachsene und Kinder«

Anzeige 1910, Jugendstil-Illustration von F. Hogl, Privatbesitz

Laxin Konfekt – Ideales wohlschmeckendes Abführmittel von milder, sicherer Wirkung für Erwachsene und Kinder. Auch bei dauerndem Gebrauch absolut unschädlich.∼Ärztlich empfohlen.∼

Sir Galahad [Pseudonym Bertha Eckstein-Diener]: Die Kegelschnitte Gottes. 1. Aufl. München 1921 (2. Aufl. 1926, 3. Aufl. 1932)
Online: https://www.projekt-gutenberg.org/diener/kegelsch/kegelsch.html

Silvia Planer: Die FeuilletonistInnen des ›Neuen Wiener Tagblatts‹. Eine kollektivbiographische Studie mit besonderer Berücksichtigung des Zeitraumes 1938–1945. Magisterarbeit Universität Wien 2010.
Online: http://othes.univie.ac.at/10076/1/2010-03-27_0127292.pdf

Ignaz Wrobel (Pseudonym Kurt Tucholskys): Die Kegelschnitte Gottes. In: Die Weltbühne, 26.07.1923, Nr. 30, S. 79.
Online: https://www.textlog.de/tucholsky-kegelschnitte.html