Wirtschaftskrisen

Nach Inflation und Wirtschaftskrise leitete die Einführung der Reichsmark 1924 eine kurzfristige Belebung der Konjunktur ein – die Goldenen Zwanziger. Aber bereits ab 1928 führte das allgemeine Spekulationsfieber zu vereinzelten Kurseinbrüchen. Die weltweite Spekulationsblase platzte schließlich mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929, dem sogenannten »Schwarzen Freitag«.

Wirtschaftskrisen

Nach Inflation und Wirtschaftskrise leitete die Einführung der Reichsmark 1924 eine kurzfristige Belebung der Konjunktur ein – die Goldenen Zwanziger. Aber bereits ab 1928 führte das allgemeine Spekulationsfieber zu vereinzelten Kurseinbrüchen. Die weltweite Spekulationsblase platzte schließlich mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929, dem sogenannten »Schwarzen Freitag«.

Da nun kurzfristig die amerikanischen Kredite abgezogen wurden, ging die industrielle Produktion im Deutschen Reich um 41,8 Prozent zurück. Dies führte zu Firmenzusammenbrüchen und Massenentlassungen. Die Weltwirtschaftskrise machte große Teile der Arbeiterschaft wie auch des Mittelstandes anfällig für die Verheißungen der demokratiefeindlichen radikalen Parteien am linken und rechten Flügel, der KPD und der NSDAP.

Foto: Walter Ballhause (1911–1991). © Ballhause-Archiv
Arbeitsamt in Hannover 1930

Die Erwerbslosen werden zunehmend empfänglich für die Propaganda der NSDAP, die hier auf dem Schuppen links zu erkennen ist.

Rationalisierung

»Wer is der Dicke da?«
»Een Rationalisierungsonkel. Der will unsere ganze Feinkostproduktion umstellen. Jede Wurst soll bloss noch een Zippel kriegen!«

In der Phase des relativen wirtschaftlichen Aufschwungs der Weimarer Republik zwischen 1924 und 1928 erfasste die Industrie eine »Rationalisierungswelle«. Dies führte zum Abbau von Arbeitskräften und somit in eine »Rationalisierungskrise«.

ULK, 57. Jg. / Nr. 50, 14.12.1928, S. 394
Immer treu

»Nu hört man uff mit euer Kartenspiel! Ihr habt doch beede nischt zu verlieren!« »Eben darum. Wir spielen doch bloss aus, wer die Lagen schuldig bleibt!«

Im Frühjahr 1929, als diese Karikatur von Duwdiwani entstand, waren in Deutschland bereits 1,9 Millionen Menschen arbeitslos. Nach dem Zusammenbruch der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929, dem Schwarzen Freitag, stieg die Arbeitslosenzahl bis 1932 auf 5,6 Millionen an. Die Karikatur zeigt Menschen, die im wahrsten Sinn des Wortes nichts mehr zu verlieren haben. Die hohe Arbeitslosigkeit verschaffte den republikfeindlichen radikalen Parteien am linken und rechten Rand Wahlerfolge und trug so zur Destabilisierung des demokratischen Systems bei.

ULK, 58. Jg. / Nr. 15, 12.4.1929, S. 119
ULK, 58. Jg. / Nr. 22, 31.5.1929, S. 174
Naturwunder

»Maxe komm, der Hasenbraten is fertig.« »Hoffentlich hat er nich wieder ’ne Maus als Füllung!«

Als Folge der sich bereits im Frühjahr 1929 anbahnenden  abermaligen Weltwirtschaftskrise verschlechterte sich die  Ernährungssituation der Bevölkerung rapide.

Fritz Blaich: Der Schwarze Freitag. Inflation und Wirtschaftskrise. 3. Aufl. München 1994.

Thomas von Freyberg: Industrielle Rationalisierung in der Weimarer Republik. Untersuchung an Beispielen aus dem Maschinenbau und der Elektroindustrie. Frankfurt a. M./New York 1989.

Rüdiger Hachtmann: Industriearbeiterschaft und Rationalisierung 1900 bis 1945. Bemerkungen zum Forschungsstand (1996). In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1996, S. 211–258.

Heike Knortz: Wirtschaftsgeschichte der Weimarer Republik. Eine Einführung in Ökonomie und Gesellschaft der ersten Deutschen Republik. Göttingen 2010.

Hans-Walter Schmuhl: Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsverwaltung in Deutschland 1871–2002. Zwischen Fürsorge, Hoheit und Markt (= Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 270). Nürnberg 2003.